Beiträge von Neigeschmeckte

    Schwäbisches Einkaufszentrum. Leider hauptsächlich Billigläden und natürlich der obligatorische schwäbische Bäcker. Früher gabs hier mal einen Schlemmermeyer und einen Laden mit edlen Weinen, auch ein italienischer Feinkostladen. Alles weg! Beim Bäcker bekommt man knochentrockene Brezel --- wenn man Glück hat und überhaupt etwas bekommt. Das Anstellprinzip ist nämlich kompliziert. Hier Kuchen, dort Brötchen, auf der Gegenseite Brot, da vorne nur die Sonderangebote und viele drängelnde Schwaben. Hat man endlich das Brot und möchte noch ein Stück Kuchen, muss man sich erneut in die drängelnde Masse begeben. Dazu hab ich keine Lust und ich gehe weiter zum Wollgeschäft. Eine Verkäuferin „berät“ die Kunden, indem sie Ihnen vorschreibt, welche Wolle sie nehmen müssen. Die Kundin vor mir wollte eine bestimmte Sorte, bekam sie aber aus irgendwelchen Gründen nicht. Frustriert verlässt sie den Laden. Dann bin ich dran. Ich möchte eine Wolle für eine etwas dickere Nadelstärke und bekomme eine viel zu dünne Sorte. Aber die ist doch nicht für Nadeln Stärke 3 ½. Das ist egal, meint sie, bringen Sie uns das Muster, wir rechnen Ihnen alles um.
    Ich kaufe die Wolle nicht, geh stattdessen zum Zeitschriftenstand und kauf mir die neueste Hörzu. Da treffe ich eine
    Freundin und wir beschließen spontan einen Kaffee zu trinken. Wir holen uns den Kaffee und suchen ein Plätzchen. Es ist ziemlich voll und Schwaben haben die Angewohnheit, sich besonders breit zu machen, indem sie ihre Taschen und Jacken auf den Sitzgelegenheiten ablegen. Wir finden aber noch einen Platz neben 3 Damen mittleren Alters. Wir beginnen ein bisschen rumzualbern und die Damen schauen uns komisch an. Dann lesen wir uns gegenseitig unsere Horoskope vor und schauen, wie es in der Lindenstraße weitergeht. Schließlich beschließen wir, noch jeder ein Stück Kuchen zu essen. Als wir wieder auf unseren Plätzen sitzen, will ich noch ein bisschen in der Hörzu blättern, aber ich kann sie nicht finden. Sie ist weg. Die Damen schauen uns immer noch komisch an. Schließlich gehen sie. Da seh ich tatsächlich, dass eine von ihnen eine Hörzu in der Tasche hat. „Entschuldigung, kann es sein, dass das meine ist?“ frage ich vorsichtig. „Achso“, meint sie. „Ich dachte die hat jemand liegenlassen“. Merke: Schwaben finden Sachen, die andere noch gar nicht verloren haben.

    Unsere alte Katze ist verschwunden. Da kommt unser Nachbar völlig erbost zu uns. Er hat die Katze versehentlich in seiner Garage eingeschlossen und die Katze hat es gewagt auf seinem Auto zu sitzen. Natürlich ist alles unsere Schuld. Ich soll rüberkommen und mir den Schaden selbst anschauen. Ich folge ihm und erwarte ein total zerkratztes Auto, aber ich kann nichts sehen. Schauen Sie mal hier! Wenn Sie schräg in einem bestimmten Winkel gucken und die Sonne drauf scheint, kann man es sehen. Die Sonne ist heute nicht draußen. Ich kann nichts sehen? Er hofft, er kann den Schaden reparieren lassen, andernfalls muss er ein neues Auto kaufen! Ich informiere umgehend meine Versicherung. Die zahlen ihm tatsächlich 500 € für einen unsichtbaren „Kratzer“.


    Ein anderer Nachbar verdächtigt unsere Katze, sein Kaninchen aufgefressen zu haben. Das ist der Nachbar, der regelmäßig seine Steine aus dem Garten in Seifenlauge badet und abschrubbt. Ich muss lachen. Das Kaninchen ist größer als unsere Mieze. Aber er meint das völlig ernst. Da kommt das Kaninchen angehoppelt, es hatte sich nur in einem Gebüsch versteckt. Wahrscheinlich hatte es Angst, auch in Seifenlauge baden zu müssen.


    Letzte Woche war meine Nichte zu Besuch. Sie ist Dozentin an der Musikhochschule, spielt ganz ausgezeichnet Violine und gibt uns eine kleine Kostprobe. Es dauert nicht lange und unser direkter Nachbar klingelt (Wir bewohnen eine Doppelhaushälfte).
    Dann entspinnt sich folgender Dialog:
    Nachbar: „Wann hört dieses Gedudel endlich auf?“
    Ich: „Noch eine Viertelstunde“
    Nachbar: „Wir wollen in Ruhe Abend essen“.
    Ich: Wann würde es denn nicht stören?
    Nachbar: Wenn ich nicht zu Hause bin
    Ich: Wann sind Sie denn außer Haus?
    Nachbar: Weiß ich doch jetzt noch nicht!
    Aha, das war sehr hilfreich. Dann meinte er noch, dass die „fiedelnde Person“ sowie keinTalent hätte und am besten ganz aufgeben sollte. Ich hätte sagen sollen, dass Hausmusik genehmigt ist und so viel gefiedelt wird, wie es uns Spaß macht, aber man will ja ein guter Nachbar sein.
    Am Abend wollen wir grillen. Kaum hat mein Mann das Grillfeuer entzündet, kommt der Nachbar wutentbrannt auf seinen Balkon gestürmt und holt den Wäscheständer rein. „Ausgerechnet wenn wir Wäsche trocknen wollen“. Man muss dazu sagen, dass die Nachbarn jeden Tag dort Wäsche aufhängen, sogar an Ostern, Weihnachten, Pfingsten. Wir dürften also nie grillen. Wir setzen uns dann gemütlich auf die Terrasse. Der Nachbar ebenfalls, er denkt wir merken nicht, dass er lauscht. Wir lästern ein bisschen über Nachbarn und Schwaben im allgemeinen. Zigarettenrauch zieht auf unsere Terrasse und wir werden geräuchert. . ....ausgerechnet, wenn wir draußen essen wollen... sage ich laut. Aber dieser Witz ging an ihm vorbei. Schwaben haben es nicht so mit dem Humor und ich gebe zu, das war auch eine Retourkutsche.

    So schlimm ist es hier doch gar nicht, meint mein Mann. Er hat gut reden, ist er doch den ganzen Tag von Nichtschwaben umgeben. Lass uns einen Kurzurlaub im Schwarzwald machen. Die Idee gefällt mir. Ich möchte die schwäbische Gastfreundschaft kennen lernen und das gute Essen. Ich buche ein Zimmer in einem 4 Sterne Hotel und freue mich –--zunächst. Der erste Dämpfer: Die Rezeptionistin. Ich glaub das war sogar die Chefin. Sie schmeißt uns den Zimmerschlüssel hin und knurrt 3. Stock. Das war die Begrüßung. Idyllisch gelegen heißt es auf der Homepage. Das bedeutet auf schwäbisch: Vielbefahrene Kreuzung. Das laute Rauschen von 2 Entlüftungsanlagen. Wir lassen die Fenster geschlossen. Wenigstens sieht die Speisekarte vielversprechend aus, das hat mich getröstet. Dann der nächste Schlag. Können wir draußen sitzen? Nein! Der Kellner ist sehr bestimmt. Wir wagen nicht zu widersprechen. "Sie können ja noch den gesamten Abend an der frischen Luft verbringen." Er bringt uns die ,“Karte“, ein Faltblatt im DIN A5 Format mit Fettflecken. Die ausgehängte Karte ist ungültig, es gibt nur eine „Festspielkarte“. Ich bestelle Bandnudeln mit Kräuterpesto und frischen Pfifferlingen. Es kommt ein Teller trockenen Nudeln über die ein paar undefinierbare Kräuter gestreut wurden. Darauf liegen einige Pfifferlinge. Die sind auch noch sandig. Es knirscht beim Kauen. Es wird nur ein einziges Dessert angeboten. Gemischtes Eis mit Sahne. Ich bin kein Eisfan. Mein Mann verspricht, morgen mit mir Kuchen essen zu gehen.
    Am nächsten Tag machen wir eine Wanderung. Leider kommen wir in ein Gewitter. Aber da ist eine Schutzhütte! Voller Schwaben, die anstatt unseren Gruß zu erwidern, uns nur feindselig anstarren und nicht bereit sind, auch nur ein bisschen zusammen zu rücken. Wir warten draußen unter dem kleinen Vordach. Das Gewitter zieht schnell vobei. Wir setzen unsere Wanderung fort. Endlich sind wir oben und besuchen das Cafe mit der Aussichtsterrasse, das zu einem 4 Sterne plus Hotel gehört. Wir werden an einen Tisch gesetzt, dessen weißes Tischtuch schon ziemlich verdreckt aussieht. „Fragen Sie nach unserer Teekarte“. steht auf der Speisekarte. Das tu ich. Aber der Kellner hat keine Lust. „sagen Sie mir einfach, welchen Tee Sie trinken wollen“ . Ich entscheide mich für Earl Grey. Was anderes fällt mir auf die Schnelle nicht ein. Dazu Rhabarberkuchen, den hatte ich schon lange nicht mehr. Aber, was ist das? Zwischen den Rhabarberstücken befinden sich auch einige Zwiebelwürfel. Ich weise den Kellner darauf hin. Ooh --- das war alles, was von ihm kam. Wir entscheiden den Berg wieder runter zu wandern, als der Regen erneut anfängt. Leider fahren samstags kein Busse. Wir also zurück zum „ 4 Sterne Superior“ Hotel, um dort zu bitten ein Taxi für uns zu bestellen. Da kommt der Chef des Hauses und schiebt mich zur Seite. „Sie stören hier! Was wollen Sie?“ „Können Sie mir ein Taxi bestellen?“ frage ich. Er blättert in einem alten Telefonbuch und kritzelt ein paar Zahlen auf einen Fetzen Papier. Ich versuche, die Nummer zu wählen, aber die existiert gar nicht. Ich habe keine Lust, mich nochmal mit dem schwäbischen Hotelier auseinander zu setzen und schicke meinen Mann. Zum Glück trifft er auf ein nette Rezeptionistin mit sächsischem Akzent, die uns prompt ein Taxi bestellt. Wir steigen ein. Ich drehe mich noch einmal um. „Hier ist der Gast noch König“ steht auf dem Hotelschild. Ich sage laut: Hier ist der Gast noch Arschloch. Der Taxifahrer guckt mich komisch an.

    Wir kommen zum Hotel. Es regnet immer noch. Wir beschließen Pool und Sauna zu besuchen und freuen uns, dass der Pool leer ist. 1 Minute später, wissen wir auch, warum. Das Wasser ist eiskalt. Nach ein paar Runden wollen wir uns in der Sauna aufwärmen. Die ist aber auch eiskalt. Im Vorraum einige Liegen und 4 Jahre alte Zeitschriften. Inzwischen ist die Sonne rausgekommen. Aber draußen ist keine einzige Liege. Wir schleppen zwei Liegen heraus, wärmen uns in der Sonne auf und fragen uns, wie die Hotels hier an ihre Sterne kommen?

    Der Tag fing schlecht an. Zuerst macht mich meine Nachbarin blöd an, weil unsere Katze ihren Hund ärgern würde und ihr Hund deswegen über den Zaun in unseren Garten gespungen ist. „Der Hund kann nichts dafür, Ihre Katze ist das Problem“. Unsere alte Katze liegt auf dem Sofa und schnarcht friedlich vor sich hin. Dann mache ich mich auf den Weg zur Arbeit. Da ich am Papiercontainer vorbeikomme, hab ich eine Tüte mit Papiermüll dabei. Doch der Container ist völlig überfüllt. Rundherum stehen leere Pappkartons. Da ich meinen Papiermüll unmöglich mit zur Arbeit nehmen kann, lasse ich ihn in einem der umliegenden Kartons. Dann noch schnell beim Bäcker vorbei und ein Baguettebrot kaufen. Vor mir ist eine Dame, die Trüffel kaufen will. Sie lässt sich jeden Trüffel einzeln erklären. Ich frage, ob ich schnell eine Brot haben könnte. „Wir sind gleich fertig“ meinen Verkäuferin und Kundin. Was bedeutet „gleich“ im Schwäbischen? Ich hab das Gefühl, dass die beiden jetzt extra langsam machen. Nach weiteren 5 Minuten geb ich auf, schwinge mich auf mein Rad und fahre Richtung Arbeitsplatz. In einer Seitenstraße erteilt ein Polizist einer Gruppe Grundschülern auf Rädern die rechts vor links Regel. Das kann dauern. Ich warte einen Moment und beschließe dann, einfach zu fahren. „Die Mutti hats eilig“, erklärt er denn Kids, die hats falsch gemacht. Ich bin sowieso schon spät dran. Seine blöden Sprüche gehen mir glatt am Arsch vorbei. Gerade noch pünktlich komme ich an. Als Zugezogener musst Du überpünktlich sein. Komme ich eine Minute zu spät ist das der Weltuntergang. Kommt ein Schwabe 30 Minuten zu spät, kann „das schon mal vorkommen“. Dann geht der tägliche Kampf mit den intriganten Kolleginnen, den anmaßenden Kunden und dem krankhaft geldgeilen Chef los. Läuft was schief, wird hier nicht nach Lösungen gesucht, sondern nach Sündenböcken. Auf dem Heimweg probiere ich noch mal beim Bäcker mein Glück. Ich sehe, dass noch drei Baguettes da sind und verlange eines davon. Halt, ruft es da hinter mir. Ich war zuerst. Das stimmt zwar nicht, aber es ist unter meinem Niveau jetzt einen Streit anzufangen. Die Schwäbin, die blöde Kuh, kauft mir alle 3 Baguettes vor der Nase weg. Egal, ich hab noch ein Brot eingefroren. Als ich zu Hause ankomme, öffne ich den Briefkasten. Was finde ich? Ein Brief vom „Müllsheriff“. Ich hab unsortierten Papiermüll wild entsorgt und soll 20€ Bußgeld bezahlen. Unfassbar! Anscheinend gibt es gelangweilte Rentner, die im Auftrag der Stadt im Müll rumwühlen, bis sie ein Werbeschreiben mit Adresse gefunden haben. Ich frag mich sowieso, was der Sheriff unter unsortiertem Papiermüll versteht. Muss man hier die Zeitungen nach Datum sortieren?

    Heute habe ich auf dem Heimweg noch einige Kleinigkeiten im Supermarkt besorgt. Als ich vor den Einkaufskarren stehe und nach eine Euromünze krame, bringt eine Frau ihren Wagen zurück und fragt, ob ich den haben will. Ich gebe ihr einen Euro, sie strahlt mich an und ich bin positiv überrascht. Es gibt doch noch nette Schwaben. Das hätte ich gar nicht gedacht.
    Gutgelaunt betrete ich den Supermarkt. Nachdem ich die Spätzle- und Maultaschenabteilung hinter mir gelassen habe, komme ich zum Kühlregal und sehe ein Schild: „Wenn sie ein verfallenes Produkt finden, schenken wir es Ihnen und Sie bekommen €2,50 Finderlohn“. Ob das wirklich funktioniert? Ich will es testen, schaue ein bisschen rum und entdecke tatsächlich einen Joghurt, bei dem das Datum überschritten ist. Eine mürrische Angestellte geht an mir vorbei und ignoriert mich komplett. Ich warte auf die nächste und stelle mich ihr so in den Weg, dass sie mich gar nicht übersehen kann. Ich erkläre ihr, dass ich einen verfallenen Joghurt gefunden habe und frage sie, an wen ich mich wenden muss, um den Finderlohn zu bekommen. „Quatsch“ raunzt sie mich an, reisst mir den Joghurt aus der Hand und verschwindet. Ich schäme mich ein bisschen, ich hab mich benommen wie eine Schwäbin. Dabei kam es mir gar nicht auf den Finderlohn an, ich wollte eigentlich nur wissen, ob das mit dem Finderlohn wirklich stimmt. Offenbar nicht! Ich nehme einen frischen Joghurt aus dem Regal und bewege mich Richtung Kasse. Da kommt eine Frau von hinten und überholt mich mit einem Affenzahn. Ich weiche schnell aus und wundere mich. Dann versteh ich, sie will unbedingt vor mir an der Kasse sein. Da ich mich grundsätzlich nicht auf Wettrennen dieser Art einlasse, komme ich nach ihr an. Hinter mir reiht sich noch eine ältere Dame aus unserer Nachbarschaft ein. Ich lächle ihr freundlich zu, aber sie tut so, als würde sie mich nicht kennen. Ihre Augen sind halbgeschlossen und sie scheint in eine Art Wachkoma gefallen zu sein.
    Soll ich sie fragen, ob alles in Ordnung ist, ob sie sich vielleicht nicht wohl fühlt ? Doch plötzlich wird sie lebendig, legt schwungvoll den Rückwärtsgang ein und wendet ihren Einkaufswagen, dabei fährt sie mir ordentlich in die Hacken. Was ist denn nun los? Ach so, eine zweite Kasse wird geöffnet, da werden selbst Scheintote wieder lebendig und dann geht das Gedrängel an der neuen Kasse los. Ich bleibe, wo ich bin und lasse die anderen drängeln. Endlich komme ich dran, doch bevor die Kassiererin den ersten Artikel einscannt, kommt die Rennfahrerin zurück. Angeblich wurde der Spargel zu teuer berechnet. Prospekte werden studiert, man kann sich nicht einigen. Schließlich kommt der Marktleiter und der Fall klärt sich auf. Das Sonderangebot gilt erst ab morgen. Spargel wird zurückgegeben, Geld wird ausbezahlt. Schließlich hab ich es auch geschafft. Es war wieder eine interessante Studie. Ich stelle meinen Einkaufswagen ein und will mir den Euro rausholen. Stattdessen kommt ein Plastikchip raus. Deswegen war die Schwäbin also so freundlich!

    Gestern hatte ich Besuch von einer Freundin und ihrer dreijährigen Tochter. Das Wetter ist schön. Wir beschließen auf den nahegelegenen Spielplaztz zu gehen. Toll, sagt meine Freundin. Ein Spielplatz in der Nähe, ohne Straße, die man überqueren muss. Wir packen unser Zeug zusammen und machen uns auf den kurzen Fußweg. Die Kleine auf ihrem Bobby Car ist noch nicht ganz so lenksicher und fährt öfter mal links mal rechts vom Weg ab. Wir müssen höllisch aufpassen, denn überall liegt Hundescheisse. Auf dem Spielplatz rundum Müllsäcke. Früher gabs hier mal Abfalleimer, die wurden jedoch abgebaut, weil die Schwaben diese als kostenlose Gelegenheit genutzt haben, ihren Hausmüll zu entsorgen. Aber was so ein echter Schwabe ist, lässt sich davon nicht beirren. Da nutzt auch das "gehobene Wohnviertel" nichts. Wird der Müll eben unter der Rutschbahn und im Spielhaus entsorgt. Hauptsache, man hat ein paar Cent gespart. Auf einer Bank sitzen 2 Mütter und gucken uns feindlich an. Die dazugehörigen Kinder schauen mit verschränkten Armen zu, wie unsere Kleine mit Malkreide ein Klettergerüst von außen bemalt. „Da ist verboooten“ klären sie uns auf. Kleine Hilfssheriffe! Die Mütter sitzen wortlos dabei. Unsere Kleine will auf das Klettergerüst steigen. Die beiden Schwabenkinder kommen ihr zuvor, besetzen die Plattform und stoßen die dreiährige rückwärts runter. Die Mütter sitzen wortlos auf der Bank und schauen zu. Es gibt viele Tränen. Ich laufe schnell zurück zum Haus, um ein Pflaster zu holen. Als ich wiederkomme, sind die Schwabenkinder mitsamt ihren Müttern weg. Ich bin erleichtert. Meine Freundin ist noch mit trösten beschäftigt. Da bemerken wir zu unserem Entsetzen, dass nicht nur das Schwabenpack verschwunden ist, sondern mit ihnen auch das rosa Bobby Car mit dem gelben Lenker. Unfassbar! Erwachsene beklauen Kinder. Ich hab so eine Wut! Ich trete mit aller Kraft gegen einen der umliegenden, wild entsorgten Müllsäcke. Eierschalen und Kaffeefilter fliegen durch die Gegend. Es interessiert mich einen Scheiss, ob das „verboooooten“ ist. Frustriert gehen wir nach Hause. Auf dem Rückweg zähle ich die Hundehaufen. Auf einer Strecke von 100 metern 32 Scheisshaufen.